Schreiattacken

  • Hallo!


    Ich verzweifel zur Zeit total. Meine Zwillinge sind 12 Wochen alt. Sie kamen 7 Wochen zu früh per KS zur Welt.
    Sie sind eigentlich durchgehend unzufrieden. Weinen ständig, können nicht zwei Minuten ohne Weinen in der Wippe sitzen oder unter dem Spielbogen,etc. Ich hatte mir das dann so erklärt, das sie noch nicht viel um sich herum wahrnehmen und deshalb Langeweile haben und auf den Arm wollen. Das machen wir natürlich häufig. Geben ihnen sehr viel Nähe. Und neuerdings haben wir es auch mit richtig hysterischen Schreiattacken zu tun. Die Kinder lassen sich gar nicht mehr beruhigen. Schreien, der ganze Körper ist angespannt, das Gesicht rot und sie kreischen richtig, sind kurzatmig. Völlig hysterisch von jetzt auf gleich.
    Wir wissen nicht mehr weiter. Die letzten Tage waren es bis zu vier Stunden am Stück am Abend. Und tagsüber die allgemeine Unzufriedenheit.
    Hat jemand Erfahrung damit oder hat eine Idee was wir machen können.
    Liebe Grüße und schonmal danke für eure Hilfe.

  • Erfahrung hab ich leider nicht, aber ich würd da mal zum Arzt gehen und nachschauen lassen. Wenn sie so lange so heftig schreien denke ich fehlt ihnen was.


    Ich wünsch euch gute Nerven!

    Unsere Engel kamen überraschend am 11.11,2014 bei 32+0.


    Kilian um 09:47 Uhr, 42,8cm und 1480g und Theresa um 09:48 Uhr, 41cm und 1620g per Sectio.

  • Hallo Thaliena,


    es tut mir leid, dass es für dich gerade schwierig ist...Ich kann absolut verstehen wie du dich fühlst _troest_ Bei uns war die Anfangszeit auch nicht leicht, daher kann ich deine Gefühle gut nachvollziehen. Irgendwann ist man einfach k.o.... Aber Kopf hoch... Es wird alles gut werden. Ihr macht das goldrichtig, dass ihr den Mäusen die Nähe gebt, die sie brauchen....


    Könnten das Koliken sein? Vielleicht haben sie Bauchweh _grübelsmilie_ . Einer unserer Jungs hatte das auch recht stark und auch recht lange, immer so ab 17.00 Uhr extem und meistens auch am vormittag, da allerdings nicht ganz so lange ... Aber da kann ich sagen: Das geht vorbei. Wollte ich auch nicht glauben, weil ich einfach fix und fertig war. Ich hab das mit einem Kirschkernkissen und Windsalbe und gelegentlich Kümmelzäpfchen gelindert bekommen.. Und natürlich mit Gedult, Nähe und Zuwendung...


    Es könnte allerdings auch der 5 - Wochen - Schub sein. Bei Frühchen soll man ja die Fühgeburt von den Wochen her abrechnen. Das heißt: 12 Wochen alt - 7 Wochen Frühgeburt = 5 Wochen...
    Dazu fand ich das Buch "Oje ich wachse" ganz gut. Die Zeitpunkte der Schübe kamen mal gut hin und mal nicht. Aber es ist gut erklärt, was so in den Kindern vorgeht...
    Weinen sie denn seit jeher so viel oder erst seit kurzer Zeit?


    Allerdings würde ich auch einmal zum Kinderarzt gehen und ihm das schildern. Kinderärzte sind ja nicht nur für die medizinische Versorgung da, sondern auch zur Beratung der Eltern.


    Was bei einem unserer Jungs vermutlich zusätzlich zum häufigen Schreien geführt hat ( neben den Koliken), war, dass er im Krankenhaus auf der Frühchenstation oft nachts weinen gelassen wurde, weil das Personal überlastet war. Er ist auch heute noch sehr nähebedürftig....
    War bei euch während der Krankenhauszeit alles i.O.? Zumindest was du weißt?


    Der Sohn einer Bekannten hatte eine Blockade ( Ich weiß allerdings nicht wo). Ich weiß nur dass sie beim Osteopathen war und danach soll sich das gegeben haben.... Vielleicht ist es auch so etwas. Aber das könnte auch der Kinderarzt wissen...


    Das sind so die Dinge, die mir zu deinen Mäusen einfallen. Ich hoffe, das hilft dir weiter. Ich wünsche dir starke Nerven und hoffe, dass du ein bisschen zur Ruhe kommen kannst, damit du etwas auftanken kannst...


    Viele Grüße


    Svenja

  • Wir hatten auch diese schrecklichen Schreiattacken, die gegen 17 Uhr meist anfingen.
    Mein erster Gedanke war auch das es sich evtl. um Koliken handelt.


    Unsere Tochter hatte die 3- Monatskoliken, aus denen sie dann 6 Monate draus machte. Linderung hatte Kümmelöl auf dem Bauch im Uhrzeigersinn reiben geholfen.


    Ich wünsche euch ganz viel Kraft.

  • Hallo Nathalie, auch von mir eine ganz feste Umarmung, ich weiß, wie anstrengend das ist!
    Svenja hat schon ganz viele Sachen geschrieben. Wir haben auch all das abgeprüft, war nichts. Uns hat das Buch "Das glücklichste Baby der Welt" förmlich gerettet, das meine ich ganz ernst! Da wird eine Methode beschrieben, wie man Babys ganz einfach und schnell helfen kann, zur Ruhe zu kommen, bei uns hat es sofort und immer zuverlässig geholfen. Ich war sooooo unglaublich dankbar und glücklich, uns allen dieses schreckliche Schreien überwiegend ersparen/drastisch reduzieren zu können: Wir hatten auch Schreiattacken bis zu mehrere Stunden ohne erkennbare Ursache (allerdings ausgelöst durch eine schlecht vertragene Impfung, aber die war wohl "nur" der Auslöser, nicht die Ursache!). Schon bei den ersten Versuchen waren es nur noch wenige Minuten Schreien! Mit ein paar Mal Übung nur noch max. 2 Minuten! Versucht das doch in jedem Fall, neben natürlich den Abklärungen, ob irgendetwas "quer" liegt o.ä. Dieses extreme Schreien macht ja für alle Beteiligten sehr viel Stress und ich wünsche euch, dass ihr bald wieder mehr Ruhe für euch alle habt.
    Alles Gute!

  • Hallo Nathalie,


    bei uns wirkt eine Federwiege Wunder. Wir haben davon mittlerweile zwei Stück. Scheinbar imitiert dieses Wippen (hoch und runter) die Bewegung im Mutterleib. Anfangs war ich von den Dingern gar nicht begeistert, weil die Kinder nicht drin liegen wollten, allerdings habe ich sie da auch geschaukelt. Irgendwann haben wir dann nur noch gewippt, und seitdem ist die Federwiege unsere Wunderwaffe. Beim Wippen lege ich, wenn gerade geschrieen wird, eine Hand auf den Bauch, die andere unter der Wiege auf den Po, und dann wird gewippt. Hilft in 95 % aller Fälle.
    Es gibt von einem Hersteller auch eine Zwillingsfederwiege zu einem sehr stolzen Preis, aber da meist nicht gerade beide gleichzeitig brüllen, erschien uns die Einzelversion sinnvoller.


    Liebe Grüße
    Jutta


    PS: Seit einem Besuch beim Orthopäden mit "einrenken" sind unsere Minis viel ruhiger.

  • Ich kann dir nur von unseren Erfahrungen berichten. Meine beiden kamen auch vier Wochen zu früh, und meine Tochter war etwas unreifer. Sie hat die ersten vier Monate sehr viel geschrien und geweint, ohne dass wir den genauen Grund herausbekommen haben. Zum Abend hin würde es mehr. Ich vermute sie hat noch sehr mit der Verdauung zu kämpfen gehabt in den ersten Monaten. Und vielleicht zu viele Eindrücke über den Tag. Ich denke es ist eher noch keine Langeweile, sondern vielleicht eher zu viel in dem Alter. Wenn man bei euch 7 Wochen abzieht... Sie sind ja noch sooooo klein!! Oft hat sie geschrien und war total angespann dabei. Es hat auch nur Tragetuch, Fliegergriff und Bauch massieren hin und wieder etwas Ruhe gebracht. Meine beiden haben die Wippen auch erst mit vier fünf Monaten als "Ablage" akzeptiert. Sie haben davor in den Wippen immer geweint. Ich konnte sie besser auf dem Boden oder auf dem Bett ablegen.
    Nach vier Monaten wurde es bei meiner Tochter deutlich weniger mit dem Weinen.
    Wenn du dir sehr große Sorgen machst, frag in jedem Fall nochmal den Kinderarzt.
    Halte durch und ganz viel Kraft wünsch ich euch!! Es wird besser, man muss nur durchhalten!!

  • Was ich noch sagen wollte. Ich hab oft total die Nerven verloren, wenn so viel geschrien wurde und wußte gar nicht mehr, was ich machen sollte, bin in Panik geraten und hab die naheliegenden Dinge aus den Augen verloren. Deshalb hab ich mir echt so eine check liste bereit gelegt, an der ich erstmal die Grundbedürfnisse überprüft habe. Klingt doof, aber mir hat es echt geholfen, bei doppelter Dauerbeschallung. Durch das viele Schreien, wußte ich oft nicht mehr, wo mir der Kopf steht, und hab dann versucht so sachlich wie es halt ging, die Punkte in der Liste zu überprüfen. Das hat mir selber etwas Sicherheit gegeben. Also prüfen Hunger? Müde? Windel? Kalt/warm? Bauchweh? Zwickt die Kleidung?
    Nachdem ich alles mit Ruhe durchgegangen bin, kam noch in Frage Tragen oder im Kinderwagen spazieren gehen, singen, vielleicht ein kleines Mobile, was sich gaaaanz langsam bewegt.
    Ich drück die Daumen, dass es bald besser wird!

  • Ich hab oft total die Nerven verloren, wenn so viel geschrien wurde und wußte gar nicht mehr, was ich machen sollte, bin in Panik geraten und hab die naheliegenden Dinge aus den Augen verloren

    da fand ich bei uns sehr hilfreich: gehörschutz! ich hatte einen peltor II, kostet wenig, hing immer griffbereit, und ich habe ihn jeweils sofort aufgesetzt. das hat mir extrem geholfen, puls und nerven einigermaßen im griff zu behalten.
    federwiege mochten unsere gar nicht, aber vielleicht hätten wir es später noch einmal versuchen sollen/haben vielleicht zu früh aufgegeben

  • Hmm es könnten natürlich die typischen Bauchschmerzen sein. Bei unseren hat das "Radfahren" geholfen und wir haben dazu gesungen, dann kamen die ganzen Püpschen raus, die quer saßen. Da es auch so rhytmisch war und wir etwas hatten, auf das wir uns konzentrieren konnten hat es ganz gut geholfen manchmal.
    Allerdings hatten unsere noch zusätzlich Atlas-Blockaden, was aber auch erst spät und durch uns initiiert durch den spezialisierten Kinderorthopäden festgestellt und behoben würde (A. hatte zusätzlich noch die Beine nicht richtig in den Hüftpfannen; wurden wohl bei Geburt ausgerengt). Leider waren sie da schon 4,5 Monate alt. Danach hatten wir völlig ausgewechselte Kinder: Statt Schreien, waren sie super zufrieden und quietschten und lachten den ganzen Tag.
    Ich halte Euch die Daumen, dass ihr bald die Ursache findet. Kinderschreien ist wirklich Folter für Eltern. Ich kann Euch nur empfehlen zum Kinderorthopäden zu gehen; aufgrund der Enge im Mutterleib haben viele Zwillinge Problemchen, die böse Schmerzen machen können. Meiner Erfahrung nach, nehmen die Kinderärzte das oft nicht ernst.
    Alles Gute für Euch und starke Nerven!

    _herzi_ _herzi_ eineiige Zwillingsmädels, geb. im Dezember 2009
    Sie werden die Welt verändern - unsere haben sie schon auf den Kopf gestellt!


    "Leben, einzeln und frei wie ein Baum und geschwisterlich wie ein Wald. Das ist unsere Sehnsucht" - Nazim Hikmet

  • Ich danke euch schonmal für die vielen Tipps! Es beruhigt mich sehr, zu hören das es andere Eltern auch durchgemacht haben und ihr sagt,das es besser wird. Das macht mir Mut. _girlie_1_


    Die Nonomo Federwiege haben wir uns jetzt angeschafft. Erst einmal Leihweise, um zu testen wie die Mädels darauf reagieren.
    Was soll ich sagen, aus purer Hysterie wird Totenstille. 8_h
    Die Kinder lieben sie. Schlafen innerhalb von ca 30 Minuten dort ein. Wir haben sie jetzt seit drei Tagen. Eine Wunderwaffe. Aber auch ein stolzer Preis. _flöt_


    Doch trotzdem muss es doch einen Grund haben, wieso sie den ganzen Tag so unglücklich sind und abends so "ausrasten". _schnief_ Ich fühl mich so hilflos.


    Wir werden am Montag erst einmal zum Arzt gehen und auch einen Termin beim Osteopathen ausmachen.

  • Unsere haben Abends auch viel geschrieben. War ein richtiges Schreikonzert. Bei uns hat puken geholfen und früh ins Bett gehen(18 Uhr), dann hätten unsere auch ständig Hunger. Könnten quasi ständige Essen. Unsere waren auch Frühchen.
    Zu den von anderen genannten Tipps fällt mir noch die Schreiambulanz ein.


    Anbei viele Kraftkekse


    Lg Petra

  • Bei meinen auch 7 Wochen zu früh ,haben Bauchwickel mit Baby Bäuchlein Öl von Stadelmann und Lavendelöl geholfen. Die erste Zeit habe ich eine linkd eine rechts abends gehabt, sie brauchten sehr sehr viel nähe.

  • Bei uns war es nur ein gellend schreiender Zwilling, vor allem nachts, und es war ganz klar, dass alle Grundbedürfnisse erfüllt waren. Es passierte auch unabhängig vom Tagesablauf (ruhig oder hektisch), der Verauung und vom Tagschlaf.
    Ich war bei einer Osteopathin, daran lag es aber nicht. Sie riet mir auch zu Gehörschutz. Ich habe ihn nicht gekauft, im Nachhinein bereue ich es. Irgendwann war ich immer so durch...nachts half nur gehen und Kind in Bauchlage auf dem Unterarm tragen. Es war eine schlimme Zeit und nicht halb so anstrengend wie es bei Euch klingt. Viel Erfolg bei der Ursachensuche, und ansonsten: Durchhalten, Ruhe bewahren.